Qualifizierungsangebote für Dozent*innen der beruflichen Fortbildung
Unsere Welt wird jeden Tag vielfältiger. Menschen haben unterschiedliche Teilnahmechancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Dabei ist Vielfalt schon immer Normalität und der genauere Blick auf die damit verbundenen Chancen lohnt sich. Vorurteile zu erkennen und abzubauen, für die Lebenslagen und Anliegen unserer Mitmenschen sensibel zu sein, offen aufeinander zuzugehen und miteinander umzugehen – das haben wir uns zum Ziel gesetzt. Wir möchten Diversität leben, in unserer Einrichtung und in unseren Angeboten konzeptionell verankern. Alle Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen sollen sich bei uns wohl und in ihrer Individualität uneingeschränkt anerkannt fühlen.
Dafür haben wir ein Diversity-Konzept entwickelt, das wir kontinuierlich weiterentwickeln, Schritt für Schritt systematisch umsetzen und zur Basis unseres Handelns machen wollen. Es beinhaltet – und ja, das sollte selbstverständlich sein – alle Menschen gleich wertzuschätzen und gleichzubehandeln, wie es in der Verfassung und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz festgeschrieben ist. Da durch Diskriminierung in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen Menschen immer noch herabgewürdigt und ausgegrenzt werden, ist uns eine Antidiskriminierungsstrategie umso wichtiger. Sie zielt darauf ab, dass alle Menschen im Sinne von Inklusion als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen werden und sichergestellt ist, dass alle am gesellschaftlichen Leben teilhaben und mitwirken können.
Durch unser Diversity-Konzept wollen wir sowohl innerhalb der Paritätischen Akademie NRW, als auch nach außen durch unser Angebot einen Rahmen schaffen, der bestmöglich dazu beiträgt, dass Menschen ihr Potenzial entfalten
Wussten Sie schon, dass …

Vielfalt ist Programm
Vielfalt ist bei uns Programm. Das bedeutet einerseits, dass wir zahlreiche Fortbildungen in unserem Angebot haben, deren Fokus auf dem Umgang mit Diversität liegt. Oder dass wir uns mit Projekten beschäftigen, deren eindeutiges Ziel ein gutes Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft ist. Andererseits bedeutet es aber auch, dass wir Vielfalt als gewinnbringenden Grundton unseres (beruflichen) Alltags sehen. Diese Selbstverständlichkeit soll sich in allen Bereichen widerspiegeln – vom Umgang mit unseren Kolleg*innen über den Kontakt zu den Menschen in unseren Fortbildungen und Projekten bis zur konkreten Gestaltung von Angeboten.
Wie wir unser Selbstverständnis zum Thema Diversity definieren, finden Sie in ausführlicher Form unter diesem Link:

Teilhabe ist Programm
Alle Menschen sollen an Bildung, Gesellschaft und Politik teilhaben können. Das ist eines unserer elementaren Ziele. Ob Menschen in Lebenssituationen und Aufgaben einbezogen sind, ob sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt leben, strahlt erheblich auf ihre Selbstwirksamkeit, Gesundheit und Lebensgestaltung aus. Wir setzen uns dafür ein, Zugänge zu schaffen, Barrieren aller Art abzubauen und vorhandene Ressourcen zu nutzen und zu stärken.
Das Bildungsnetz Parität ermöglicht es vielen Menschen aus spezifischen Zielgruppen, an Bildungsangeboten teilzunehmen. Dadurch wird ihre gesellschaftliche Teilhabe gefördert. So können geflüchtete Personen ihre Sprachkenntnisse und Alltagskompetenzen ausbauen und Menschen mit Behinderung beim Tischtennis ihre Motorik und Koordination schulen, was an anderer Stelle selbstbestimmtes Handeln ermöglicht. In einem Projekt zur Förderung eines kommunalen Integrationsmanagements haben wir mit Kommunen intensiv an besseren Rahmenbedingungen für gute Teilhabechancen von Migrant*innen gearbeitet.

Antidiskriminierung
Der Schutz vor Diskriminierung ist ein Menschenrecht. Dennoch werden Menschen täglich Opfer von Benachteiligung. Für sie sind Diskriminierungserfahrungen schmerzlicher Alltag. Wir finden, das muss aufhören. Wir wollen zu Reflexion, Aufklärung und Diskussion ermutigen, um zu einem respektvolleren Miteinander beizutragen. Jede*r soll sich in unseren Angeboten und Veranstaltungen willkommen fühlen.
In unseren Fortbildungsangeboten befassen sich Teilnehmer*innen inhaltlich zum Beispiel mit diskriminierungs- und diversitätsbewusster Gesprächsführung oder damit, Akzeptanz für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu stärken. Altersdiskriminierung, diskriminierende Situationen am Arbeitsplatz oder in der Beratung, entsprechende strukturelle Rahmenbedingungen und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) werden thematisiert. In handlungsorientierten Trainings werden Argumente gegen Hetze entwickelt und erprobt. Unsere Dozent*innen bilden wir darin fort, ihr Diversitätsbewusstsein zu reflektieren und sich im Sinne einer diskriminierungskritischen Haltung zu sensibilisieren.
Im Rahmen von Projekten und Kooperationen arbeiten wir an unserer eigenen Öffnung, beziehen Brückenpersonen und Expert*innen in unsere Arbeit ein, und sind motiviert, das Thema in unseren Fortbildungsangeboten, Stellenausschreibungen und unserer Kommunikation aufzugreifen.

Inklusion ist Programm
Inklusion ist erreicht, wenn alle Menschen in ihrer jeweiligen Individualität an der Gesellschaft teilhaben und teilnehmen können. Inzwischen wird das Konzept Inklusion über die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen hinaus gedacht. Wesentliches Prinzip ist es, Diversität in Gesellschaft, Bildung und Erziehung anzuerkennen und wertzuschätzen. Unterschiedlich sein ist also normal. Jeder Mensch gehört ganz selbstverständlich dazu – egal wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder ob man eine Behinderung hat.
In Kooperation mit spezialisierten Vereinen und Initiativen, die sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen, bieten wir zahlreiche Fortbildungen für Menschen mit Behinderung an. Wer sich beruflich zu diesem Thema bei uns weiter qualifizieren will, kann sich mit inklusiven Bildungsprozessen und teilhabeorientierter Jugendarbeit auseinandersetzen oder zum Beispiel erfolgreiche inklusive Wohnprojekte kennenlernen.

Dialog ist Programm
Unser Handeln ist geprägt von Kommunikation, offenem Dialog und dem Ziel, voneinander zu lernen. Das möchten wir auch in unseren Fortbildungen umsetzen. Wir haben den Anspruch, dass unsere Dozent*innen und Teilnehmer*innen auf Augenhöhe einen offenen Dialog führen, sich gegenseitig wahr- und ernstnehmen, und Teilnehmer*innen im Sinne der Peer-Education voneinander lernen.
Auch jenseits von Fortbildungsthemen, Methodik und Didaktik verstehen wir als Paritätische Akademie NRW Dialog als zentralen Baustein für einen lebendigen gesellschaftlichen Diskurs: Ob in persönlichen Gesprächen, in der Gremienarbeit, in Sozialen Medien oder in Projekten wie „Gemeinsam lernen im Dialog. Muslimische und alevitische Sozialarbeit stärken“ – durch die Bereitschaft, miteinander und voneinander zu lernen, gestalten wir den Dialog in der Gesellschaft mit und fördern ihr Zusammenwachsen.

Empowerment ist Programm
Empowerment ermöglicht gesellschaftliche wie individuelle Teilhabe. Menschen, die bereits Diskriminierung erfahren haben, werden durch Empowerment in ihrer Selbstwahrnehmung, ihrem Selbstschutz und ihrer Eigenmacht gestärkt. Sie sind dadurch nicht mehr vom Wohlwollen anderer abhängig. Jeder Mensch soll eigenmächtig die eigenen Interessen vertreten und sein Leben selbstbestimmt gestalten können. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin – durch einen hohen Praxisbezug in unseren Seminaren möchten wir die Handlungsfähigkeit teilnehmender Personen erhöhen. Aktivierende Methoden sowie bedarfs- und ressourcenorientierte Ansätze stärken Selbstwirksamkeitserfahrung und Empowerment.
In unseren beruflichen Fortbildungen lernen Fachkräfte außerdem, in ihrer sozialen Arbeitspraxis ihre Klient*innen zu empowern – zum Beispiel indem sie armutsbedingter Bildungsbenachteiligung entgegenwirken, Demokratie und Partizipation in Schule und Kita vorantreiben oder Personen stärken, die sich der LSBT*IQ-Community zurechnen. In unserem Blog „Bildung erleben“ werden Erfolgsgeschichten von Menschen aufgegriffen, die Vorbilder sein und Mut machen können.
Der Prozess geht weiter
Wir befinden uns in einem fortlaufenden Prozess, haben den Anspruch, uns weiterzuentwickeln, Neues zu lernen, unseren Partner*innen und der Gesellschaft heute und in Zukunft gerecht zu werden. Einige Baustellen haben wir aufgemacht, an anderen Stellen legen wir mit dem Buddeln noch richtig los. Vieles ist dabei in Diskussion. Angemessene Lösungen zu finden, ist nicht immer einfach und braucht auch bei uns Zeit, die wir uns nehmen wollen.

